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Sonstige News:

Vulkanisches Inferno schafft neuen Ozean in Afrika

veröffentlicht um 13.04.2011, 12:22 von Rainer Meyer

Nordostafrika ist im Umbruch, im geologischen Eiltempo entsteht dort ein neuer Ozean. Der ganze Kontinent beginnt zu zerbrechen. Wissenschaftler wurden nun Zeugen verstärkter Aktivität: Es bebt, Vulkane brodeln, die Erde bricht auf, das Meer dringt vor. Schon bildet sich Tiefseeboden - mitten in der Wüste.
Die Geologin Cynthia Ebinger von der University of Rochester in den USA konnte kaum glauben, was ihr der Anrufer aus der Wüste Äthiopiens berichtete. Unerhörtes spiele sich ab, berichtete der Angestellte einer Mineralogenfirma: Der berühmte Vulkan Erta Ale breche aus. Ebinger staunte, sie erforscht den Vulkan seit langem. Stets hatte im Krater des Erta Ale eine silbrig-schwarze Lavasuppe geblubbert - doch ausgebrochen war der Vulkan seit Jahrzehnten nicht.

Das war Mitte November. Umgehend flog Ebinger damals zusammen mit Kollegen in die Wüste Äthiopiens. Und tatsächlich: "Der Vulkan brodelte, er lief über; flammenrote Lavafontänen schossen in den Himmel", erzählt die Wissenschaftlerin. Gegenüber Spiegel Online berichten die Geologen jetzt erstmals über die dramatischen Ereignisse der vergangenen Monate in der abgelegenen Region.

In Nordostafrika ist nichts mehr, wie es war. Die Erde ist im Umbruch. Der Wüstenboden bebt und bricht, Vulkane brodeln; das Meer dringt vor - es bildet sich ein neuer Ozean. Afrika beginnt, entzwei zu brechen. Ein erster Riss ist in den vergangenen Jahrmillionen entstanden, ihn füllen das Rote Meer und der Golf von Aden. Nun öffnet sich auch die Erde von Äthiopien bis in den Süden nach Mosambik. Zahlreiche Vulkane säumen den Ostafrikanischen Grabenbruch. In einigen Millionen Jahren wird ein Ozean die Kluft füllen.

Im Norden in der Danakilsenke kann der Vorstoß des Meeres schon bald passieren: Dort blockieren lediglich 25 Meter flache Hügel die Fluten des Roten Meeres. Das Land dahinter hat sich bereits Dutzende Meter abgesenkt. Weiße Salzkrusten auf dem Sandboden zeugen von einstigen Vorstößen des Ozeans. Doch Lava hatte dem Meer bald wieder den Zugang abgeschnitten.

Wann flutet das Meer die Wüste?

Wann flutet das Meer endgültig die Wüste? Das weiß niemand - doch klar ist, dass es schnell gehen könnte: "Binnen Tagen könnten die Hügel einsinken", erläutert Tim Wright von der Universität Leeds in Großbritannien. Dann würde das Meer die Danakilsenke fluten.

Seit fünf Jahren habe sich die Ozeanentstehung in Nordostafrika "unglaublich beschleunigt", sagt Wright. Alles gehe viel schneller, als man es sich vorgestellt habe. Bislang maßen Forscher in Nordostafrika ein paar Millimeter Dehnung des Bodens pro Jahr. "Doch nun öffnet sich die Erde meterweise", berichtet Cynthia Ebinger.

Bebend öffneten sich tiefe Schluchten im Wüstenboden. Die Erde Ostafrikas ist zersprungen wie eine kaputte Glasscheibe. Zuletzt registrierten die Forscher im Golf von Tadjourah vor der Küste Dschibutis ein Trommelfeuer von Erdstößen. "Die Beben ereigneten sich am Mittelozeanischen Rücken", berichtet Ebinger.

Magma presst den Boden auseinander

An solchen untermeerischen Gebirgen entsteht stetig neue Erdkruste: Lava quillt aus Spalten und härtet zu frischem Meeresgrund. Das aufströmende Magma drückt beidseitig den Meeresboden auseinander, wobei sich die Erdplatten in Bewegung setzen; dabei ruckelt der Boden.

Die Beben im Golf von Tadjourah sind in den vergangenen Monaten der Küste immer näher gekommen. Die Meeresbodenspaltung springe allmählich aufs Land über, erläutert Ebinger. Entlang mancher Erdrisse in der äthiopischen Wüste ist es schon passiert. Dort ereignete sich das sonst in der Tiefsee ablaufende Spektakel an der Erdoberfläche - eine geologische Sensation.

Auch das Muster der Erdbeben beweise die Verwandlung der Wüstenlandschaft zu Tiefseeboden, berichten die Geologen Zhaohui Yang und Wang-Ping von der Universität Illinois in Urbana, USA im Fachblatt "Journal of Geophysical Research": Wie sonst nur in der Tiefsee an Mittelozeanischen Rücken registrierten die Forscher in Nordostafrika viele starke Erdbeben in geringer Tiefe - eine Folge der Bodenspaltung.

Der Boden wellt sich wie heißer Asphalt

In den vergangenen Monaten registrierten die Forscher eine Zunahme vulkanischer Aktivität: An 22 Stellen im Afar-Dreieck im Nordosten Afrikas entdeckten die Geologen unterirdische Vulkanausbrüche nahe der Erdoberfläche. Magma habe bis zu acht Meter breite Klüfte in den Boden gebrochen, berichtet Derek Keir von der Universität Leeds. Das meiste Magma blieb im Untergrund stecken, im Erta Ale aber beispielsweise gelangte es an die Oberfläche.

Auch die Art des Magmas lässt die Wissenschaftler staunen: Es ist von jener Sorte, die sonst nur in der Tiefsee an Mittelozeanischen Rücken vorkommt. Charakteristisch ist sein geringer Anteil an Kieselsäure. Das Magma des Erta Ale ist von seiner Chemie her das eines Tiefseevulkans. Die Region ähnelt immer mehr einem Meeresboden auf dem nur das Wasser fehlt.

Der neue Aktivitätsschub begann 2005, als in der Afar-Senke plötzlich auf 60 Kilometer Länge der Wüstenboden aufriss. Seither seien 3,5 Kubikkilometer Magma aufgequollen, sagt Tim Wright. Damit ließe sich ganz London menschenhoch mit Magma bedecken.

In geologischem Eiltempo dringt das Magma vor: Mit bis zu 30 Meter pro Minute habe es sich seinen Weg durch das Gestein gebahnt, berichtet Eric Jacques vom Institut de Physique du Globe in Paris. Radarmessungen von Satelliten bezeugten die Folgen: Auf einer Strecke von 200 Kilometern wellte sich über dem Magma der Boden wie heißer Asphalt im Sommer. Auch unter dem Dabbahu-Vulkan im Norden Äthiopiens sammelte sich Magma, berichtete Lorraine Field von der Uni Bristol im Dezember auf einer Tagung der Amerikanischen Geophysikalischen Gesellschaft (AGU) in San Francisco.

Die Magmakammer lädt nach

Die Satellitendaten zeigten, dass die Region derzeit auf viel größerem Gebiet aufreiße als bislang angenommen, sagt David Keir. Selbst im Osten Ägyptens habe sich der Boden durch unterirdische Magmaströme stark aufgeheizt, schreiben Geoforscher um Hesham Hussein vom Nationalen Forschungsinstitut für Astronomie und Geophysik in Helwan, Ägypten, jetzt im Fachblatt "Seismological Research Letters". Den Wüstenboden der Karonga-Region in Malawi habe ein Magmaausbruch gar auf 17 Kilometer Länge aufgeschlitzt, berichtete James Gaherty von der Columbia Universität auf der AGU-Tagung. Der Druck des Magmas habe den Boden zudem einen halben Meter angehoben.

Die heftigste Magma-Aufwallung der letzten Jahre ereignete sich an unerwarteter Stelle: Im Mai 2009 brach in Saudi-Arabien ein unterirdischer Vulkan aus. Nach einem heftigen Beben der Stärke 5,7 und Zehntausenden leichten Erschütterungen mussten 30.000 Anwohner in Sicherheit gebracht werden. In einem Gebiet, das so groß ist wie Berlin und Hamburg zusammen, quoll Magma aus der Tiefe, berichtet Sigurjon Jonsson von der King Abdullah University of Science and Technology in Saudi Arabien auf der AGU-Tagung. Die Eruption ereignete sich 200 Kilometer entfernt von der Nordafrikanischen Bruchzone - "das hat uns sehr erstaunt", sagt Cynthia Ebinger. Die größte Baustelle des Planeten wird immer größer. Magma dringe verstärkt aus dem Untergrund, bestätigt Manahloh Belachew von der Uni Rochester: "Die Magmakammer lädt nach".

David Ferguson von der Universität Oxford sagt für die nächsten zehn Jahre noch deutlich mehr Vulkanausbrüche und Erdbeben in der Region voraus. "Die Aktivität", meint der Forscher, "wird noch deutlich zunehmen".

Droht den USA ein Vulkan-Inferno?

veröffentlicht um 13.04.2011, 12:16 von Rainer Meyer

Was ist die größte Gefahr für die Supermacht USA? Der islamistische Terror? Die nach immer mehr Macht strebenden Chinesen? Nach der Meinung von US-Wissenschaftlern könnte es ein Vulkan sein, der unter dem Yellowstone-Nationalpark schlummert und zwei Drittel des Landes unbewohnbar machen könnte.
Der Vulkan brach zwar zuletzt vor 600.000 Jahren aus. Doch US-Forscher berichten von rekordverdächtigen Veränderungen. Der englischen Zeitung "Daily Mail" sagte der Vulkanismus-Wissenschaftler Bob Smith von der Uni in Utah, dass sich der Boden im betroffenen Gebiet seit Jahren in Rekordgeschwindigkeit hebt - im Schnitt sieben Zentimeter pro Jahr. Allerdings verlangsamte sich die Rate zwischen 2007 und 2010 auf einen Zentimeter oder weniger. Die Forscher geben vorerst Entwarnung.

Genauer Zeitpunkt kann nicht festgestellt werden

Laut Smith wurde Magma in einer Tiefe von zehn Kilometern festgestellt. "Richtig Sorgen müssen wir uns machen, wenn es auf eine Tiefe von zwei bis drei Kilometer steigt", sagte Smith gegenüber "Daily Mail". Den genauen Zeitpunkt eines Ausbruchs können die Wissenschaftler nicht vorhersagen, dazu benötigen sie noch etliche Daten. Der Yellowstone-Vulkan gilt als gefährlich, die Wissenschaftler rechnen mit seinem Ausbruch in geologisch naher Zeit - das bedeutet, sie gehen von mehreren tausend Jahren aus.

Doch auch wenn das noch weit entfernt scheint, die Folgen wären verheerend: 1980 brach der Mount St. Helens im Bundesstaat Washington aus, 57 Menschen kamen dabei ums Leben. Würde der Yellowstone-Vulkan explodieren, wäre die Eruption etwa 1000-mal stärker als damals.

Giftige Gase würden das Land unbewohnbar machen

Eine Aschewolke würde noch in einem Umkreis von 1500 Kilometern alles unter einer drei Meter tiefen Schicht begraben, beschreiben die Forscher das Szenario. Giftige Gase würden zwei Drittel der USA unbewohnbar machen.

 

Yellowstone-Vulkan enthält riesige Magmamengen

veröffentlicht um 13.04.2011, 12:08 von Rainer Meyer

Ein Ausbruch des Vulkans unter dem Yellowstone-Nationalpark könnte die Welt in eine Katastrophe stürzen. Jetzt enthüllt eine Studie das Munitionsdepot des Giganten: Ein 640 Kilometer langer Magmaschlauch erstreckt sich unter den USA. Von ihm steigen Blasen auf.
Nur sprudelnde Heißwasserquellen und Schwefelgeruch verraten die drohende Apokalypse: Unter dem Yellowstone-Nationalpark in den USA schlummert ein gigantischer Vulkan, Fachleute sprechen von einem Supervulkan. In den vergangenen zwei Millionen Jahren gab es neben zahlreichen kleineren Ausbrüchen drei gigantische Eruptionen, die letzte vor 640.000 Jahren. Damals stürzte die Erdkruste ein und ließ einen riesigen Krater zurück, den heutigen Yellowstone-Park

Ausbruch hätte katastrophale Folgen

Ein ähnlicher Ausbruch träfe die moderne Welt katastrophal: 800 Grad heiße Glutlawinen aus Asche und Lava würden über den US-Staaten Wyoming, Montana und Idaho niedergehen. Ein dichter Ascheregen bedeckte den gesamten nordamerikanischen Kontinent und würde Infrastruktur sowie Landwirtschaft lahmlegen. Auch das globale Klima würde sich dramatisch abkühlen.

Dass der Vulkan genügend Munition hat, zeigt eine neue Studie: Ein mindestens 640 Kilometer langer Magmaschlauch reicht demnach im 40-Grad-Winkel in den Untergrund, schreiben Michael Zhdanov und Robert Smith von der University of Utah in den USA in einer Studie, die in Kürze im Fachblatt "Geophysical Research Letters" veröffentlicht wird. Der mehr als 1000 Grad heiße Schlauch tauche nach Westen unter Montana und Idaho. Er sei möglicherweise noch länger - doch ihre Messungen reichten nicht tiefer, berichten die Forscher.

Mehr Magma als angenommen

Der Magmavorrat sei jedoch größer als angenommen. Bisherige Analysen des Untergrundes wurden mit Schallwellen gemacht, die von kleinen Erdbeben ausgelöst wurden. Demnach schien der Magmaschlauch schmaler zu sein und steiler in die Tiefe zu reichen.

Für ihre neue Studie analysierten Zhdanov und Smith nun elektrische Wellen: Die Forscher maßen, wie gut der Untergrund elektrischen Strom leitet. Magma verrät sich durch seinen geringen Widerstand. Es leite Strom fast so gut wie Salzwasser, sagt Zhdanov. Die Messungen zeigten, dass um den Magmaschlauch anscheinend eine Hülle aus flüssigem Material liege, schreiben die Forscher. Vermutlich handelte es sich um eine Mischung aus Magma und sogenannten Fluiden - Wasser, das unter hohem Druck steht und deshalb weder flüssig noch gasförmig ist.

Aus dem Schlauch lösen sich beizeiten Blasen der geschmolzenen Gesteinsmasse. Sie steigen Richtung Oberfläche und sammeln sich dort in der Magmakammer. Wissenschaftler wollen die Vorgänge im Blick behalten. Denn irgendwann wird sich so viel Magma gesammelt haben, dass der Druck zu groß wird - und der Vulkan ausbricht.

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