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Yellowstone-Vulkan enthält riesige Magmamengen

veröffentlicht um 13.04.2011, 12:08 von Rainer Meyer
Ein Ausbruch des Vulkans unter dem Yellowstone-Nationalpark könnte die Welt in eine Katastrophe stürzen. Jetzt enthüllt eine Studie das Munitionsdepot des Giganten: Ein 640 Kilometer langer Magmaschlauch erstreckt sich unter den USA. Von ihm steigen Blasen auf.
Nur sprudelnde Heißwasserquellen und Schwefelgeruch verraten die drohende Apokalypse: Unter dem Yellowstone-Nationalpark in den USA schlummert ein gigantischer Vulkan, Fachleute sprechen von einem Supervulkan. In den vergangenen zwei Millionen Jahren gab es neben zahlreichen kleineren Ausbrüchen drei gigantische Eruptionen, die letzte vor 640.000 Jahren. Damals stürzte die Erdkruste ein und ließ einen riesigen Krater zurück, den heutigen Yellowstone-Park

Ausbruch hätte katastrophale Folgen

Ein ähnlicher Ausbruch träfe die moderne Welt katastrophal: 800 Grad heiße Glutlawinen aus Asche und Lava würden über den US-Staaten Wyoming, Montana und Idaho niedergehen. Ein dichter Ascheregen bedeckte den gesamten nordamerikanischen Kontinent und würde Infrastruktur sowie Landwirtschaft lahmlegen. Auch das globale Klima würde sich dramatisch abkühlen.

Dass der Vulkan genügend Munition hat, zeigt eine neue Studie: Ein mindestens 640 Kilometer langer Magmaschlauch reicht demnach im 40-Grad-Winkel in den Untergrund, schreiben Michael Zhdanov und Robert Smith von der University of Utah in den USA in einer Studie, die in Kürze im Fachblatt "Geophysical Research Letters" veröffentlicht wird. Der mehr als 1000 Grad heiße Schlauch tauche nach Westen unter Montana und Idaho. Er sei möglicherweise noch länger - doch ihre Messungen reichten nicht tiefer, berichten die Forscher.

Mehr Magma als angenommen

Der Magmavorrat sei jedoch größer als angenommen. Bisherige Analysen des Untergrundes wurden mit Schallwellen gemacht, die von kleinen Erdbeben ausgelöst wurden. Demnach schien der Magmaschlauch schmaler zu sein und steiler in die Tiefe zu reichen.

Für ihre neue Studie analysierten Zhdanov und Smith nun elektrische Wellen: Die Forscher maßen, wie gut der Untergrund elektrischen Strom leitet. Magma verrät sich durch seinen geringen Widerstand. Es leite Strom fast so gut wie Salzwasser, sagt Zhdanov. Die Messungen zeigten, dass um den Magmaschlauch anscheinend eine Hülle aus flüssigem Material liege, schreiben die Forscher. Vermutlich handelte es sich um eine Mischung aus Magma und sogenannten Fluiden - Wasser, das unter hohem Druck steht und deshalb weder flüssig noch gasförmig ist.

Aus dem Schlauch lösen sich beizeiten Blasen der geschmolzenen Gesteinsmasse. Sie steigen Richtung Oberfläche und sammeln sich dort in der Magmakammer. Wissenschaftler wollen die Vorgänge im Blick behalten. Denn irgendwann wird sich so viel Magma gesammelt haben, dass der Druck zu groß wird - und der Vulkan ausbricht.

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