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2018-03 / Groß Pampau

Das Kieswerk Müssen liegt nördlich vo Groß Pampau, an der Straße nach Krankelau. Die Ablagerungen bestehen aus Glimmerton, teilweise mit sandigen Anteilen. Nach ca. 30 m Tiefe wird das Reinbekium erreicht. Hinsch 1987 unterteilt  von unten nach oben in Levensauium, Lüneburgium und Langenfeldium. Der oberste Teil ist schon dem Morsium zuzurechnen. Überlagert werden die Stufen von 1 bis 3m pleistozänen Sanden. Definiert werden die Stufen nach dem Anteil leitender Mollusken. Während im Reinbekium Aquilofusus festivus leitend sein soll, ist Aquilofusus lueneburgensis für das Langenfeldium leitend, außerdem noch Astarte-Arten. In der Gramstufe ist Aquilofusus semiglaber und in der Syltstufe Aquilofusus reimersi leitend. Aquilofusus kommt im Langenfeldium mit zwei ?Arten lueneburgensis und tricinctus vor. Insgesamt sind ca. 150 Arten aus Pampau bekannt, aus Twistringen ca. 250 und im Hemmoorium von Winterswijk-Miste ca. 500. Aus der Nordsee heute sind ca. 150 rezente Arten Bekannt. Der Autor verfügt über 120 Arten aus Groß Pampau.
Zur Frage der Leitform:
Spiegler & Gürs 1996 nennen Aquilofusus festivus als Vorläufer von Aquilofusus lueneburgensis. A. festivus gehört aber zur Gattung Scalaspira und kann daher nicht als Vorläufer von Aquilofusus angesehen werden. Scalaspira festivus ist Leitfossil im Reinbekium. In Twistringen fand ich 2 Exemplare von Aquilofusus sp., die der Art Aquilofusus tricinctus aus Groß Pampau sehr ähnlich sind. Da ich nur zwei Exemplare von A. sp. gefunden habe, müsste diese Art im Reinbekium noch sehr selten sein. Im Gegensatz dazu sind Aquilofusus lueneburgensis und A. semiglabar an ihrem Fundort nicht selten.