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2010-04 / Achate

von Alfred Schäfer / April 2010 

Achate sind beliebte Sammlerstücke, die sich durch ihre faszinierende Maserung und dem Farbenspiel auszeichnen. Achate werden in der ganzen Welt gefunden und die Variationsvielfalt ist beachtlich. Achate gehören zu der Gruppe der Quarze, doch zeigen diese im Gegensatz zu den Bergkristall keine Kristallflächen, die man mit bloßem Auge sehen kann. Erst bei 400000 facher Vergrößerung erkennt man auch Scheinfasern, denn er ist kryptokristalin und wird deshalb auch dem Chalcedon zugeordnet.

Selbst in der heutigen Zeit stellen sich die Fachleute und Wissenschaftler die Frage über die Entstehung der Achate, denn zwei Fragen konnten bislang nicht geklärt werden. Woher stammt das Siliciumoxid, welches Achate für den Aufbau benötigen? und Wie kommt es zu der faszinierenden Bänderung im Inneren der Achate? Bei Vulkanit-Achaten ist deren Basalte und Andesite als Muttergestein recht arm an Siliciumdioxyd, ebenso wie bei Achaten in Sedimenten, wie z.B. aus South Dakota, Montana, dem Dryhead Canyon oder dem Teepee Canyon.

Anders ist es bei Achaten mit Rhyolitmatrix, die sehr Siliciumreich sind. Rhyolite sind Aschetuffe, die im flüssigen Zustand sehr zäh sind und Hohlräume bilden. Diese sind, wie beim Thunder Egg sternförmig, anderen sind wiederum rund oder mandelförmig, die in dünnflüssigere Magma, wie Basalt und Andesit vorkommen. Auch bei Sedimentachaten besteht das Sediment oft aus Ascheregen, aber auch aus organischen Rückständen, wie Schwämme und anderen Ablagerungen. Bei der Bänderung der Achate nahmen viele an, daß es ähnlich wie mit dem Jahresringen bei Bäumen ist und siliciumhaltigen Lösungen sich in den Schichten abgelagert hätten.

Die Bänderung stammt aber vom Siliciumgel (Wasserglas), was der Chemiker Liesegang zuvor mit Experimenten von Silbernitrat und Kaliumdichromat herausfand, wo sich Silberchromatbänder in ähnlicher Weise zeigten. Deswegen werden diese Ringe auch Liesegangringe genannt. Also kann man sagen: Grundsätzlich sind Achate sekundäre Füllungen von Gesteinshohlräumen und sie sind keine vulkanischen Produkte, sondern späte Bildungen in erkalteten Hohlräumen. Die Substanz (hauptsächlich Siliziumdioxyd) kann nur mittels wässriger Lösungen zum Achatbildungsort, d.h. in den Gesteinshohlraum transportiert worden sein und die Lösung muss eine relativ hohe Dichte besessen haben. Zudem füllen die Achate die Hohlräume nicht gleichmäßig aus.

Oft findet man im dem Achat umschließenden Gestein auch Zufuhrwege, durch die diese siliciumhaltige Flüssigkeit ein- und abfließen konnte, doch daß führt allein noch nicht zur Achatbildung, denn nur durch Diffusion mit Sauertsoff kann sich Achat bilden. Andere Kristallgitter weisen auch Opal auf.

Zu diesem Thema empfehle ich folgende Literatur:
• Landmesser, M., 2000, Selbstorganisation und Achatgenese, in Selbstorganisation, Band 11 (2000), S.73 - 193
• Landmesser, M., 1984, Das Problem der Achatgenese, in: Mitt. Pollicia 72 (1984)
• Landmesser, M. und Glas, M., 2000, Wie entstehen Achate, in: extraLapis No.19, Christian Weise Verlag, München
• Liesegang, R.E., 1910, Die Entstehung der Achate, in: Centralblatt Mineral.Geol. Paläont.
• Macpherson, H.G., 1984, Agates, The Natural History Museum, London
• Pabian, R.K. und Zarins, A., 1994, Banded Agates, Origins and Inclusions, Educational Circular No. 12, University of Nebraskar-Lincoln
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