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2010-02 / Opale

von Alfred Schäfer (2-2010)

Opal - Tränen der Götter

Geschichte der Opale

Opal, der wohl farbenreichste Stein mit seinem Feuer wurde im Jahr 1875 in den Kyabra Hills /Queensland gefunden. Doch schon vorher war es ein heiliger Stein der Eingeborenen – den Aborigines, die dem Opal den Namen Tränen der Götter gaben.

H. Bond war es schließlich, der es wagte diese, bis dahin noch unbekannten Steine, in London auf den Markt zu bringen.  Doch die dortigen Händler glaubten nicht, daß es ein natürlich vorkommender Stein war, denn nie hatte man etwas Atemberaubenderes gesehen. Man kann bis dahin nur den einfachen Opal aus Ungarn, der trüb und milchig war und auch kein Feuer zeigte. Erst zehn Jahre später konnte Tully Wollaston aus Adelaide die ersten Opale verkaufen. Zu der Zeit gab es kaum Opalgräber. Nach und nach entdeckte man mehr Opalfelder. So wurden die Kristallopale 1889 in Queensland gefunden. 1890 fand man die hellen und zart farbenen Opale in White Cliff, 1903 die teuren Schwarzopale in Lightning Ridge und zu guter Letzt die Weißopale aus Coober Pedy.

DIE ENTSTEHUNG DES OPALS IN AUSTRALIEN

Durch den Wechsel von Trocken- und Feuchtperioden bildeten sich im Artesichen Becken sogenannte Konglomeratbänke ( das ist zusammengepreste Schlamm und Gestein die eine Masse bilden) und auch Mergelschichten ( Wechsel zwischen Gesteins und Sedimentschichten), die vor 135 bis 70 Millionen Jahren durch Erosion, Verfestigung und Faltenbildung entstanden. In deren Spalten und Ristzen sickerte Wasser in das Sedimentgestein von Feldspat/Kaolinit und Sandstein und reicherte sich mit Kieselsäure an. Das Wasser Wasser der Kieselsäure verdunstete und verdichtete sich in ein Amorphes Gel (SiO2 nH2O Siliziumdioxid - Grundgefüge ohne erkennbare Kristallstruktur, d.h. formlos), was immer noch zwischen 6 und 18% Wasser enthielt. Die Anreicherung und die Verdunstung in der Wechselwirkung bildeten Tridymit- oder Cristobalitkügelchen.

Versiedengroße Kügelchen setzten sich am Grund der Risse und Spalten ab und bildeten dünne Schichten ( in der Fachsprache der Opale auch Potch genannt), aber erst die Entstehung regelmäßig geometrisch angeodneter Kugel gleicher Größe in Schichten von 0,15 bis 0,35 µ wird der Edelopal gebildet.

Diese Opalbildung bis zu Stabilität dauert nicht so lange, wie bisher angenommen, was die Theorie nach Len Cram in einem selektiven Prozeß eines Ionenaustausches mit Nukleus, Elektrolyt und Wasser bestätigt wurde. Die Opalkügelchen ordnen sich dabei so an, daß die größten Kügelchen immer unten sind.

Kommen wir nun zu dem Feuer der Opale. Dieses faszinierende Farbenspiel und die Farbenvielfallt lassen jeden Liebhaber und Sammler das Herz höher schlagen, doch woher kommen nun die Farben, wenn doch die palsubstanz an und für sich farblos ist und nur durch Spurenelement gefärbt ist. Des Rätsels Lösung ist der Durchmesser der Kügelchen die je nach Größe die besonderen Farben hervorbringen. Trifft das Licht auf die besondere Art der Anordnung der Opalstruktur, so wird das Licht in seine Spektralfarben gebrochen und eben diese Farbzerlegung geschieht durch die unterschiedlichen Größen der Kügelchen und deren Zwischenräume. Am häufigsten findet man die blauen Farbtöne, also Opale mit Kügelchen von 0,15µ Durchmesser. Das Spektrum geht dann weiter über blaugrün, violett, violett grün, grün, grüngelb, gelb, gelborange, orange, orangerot und sehr selten eben sind Kügelchen von 0,35 µ Durchmesser, also die roten Farben.

Dennoch, auch wenn der blaue Farbton recht häufig zu finden ist, so sagt dieses aber noch nichts über die Qualität und den Preis eines Opals aus. Es gibt viele blaue oder violette Opale, die einen Diamanten im Qualität und Preis blaß aussehen lassen.

Für einige Verwirrung sorgten damals bei mir die Grundfarben und Namen der Opale, die die Zuordnung betrafen. Da gibt es die Schwarzopale, die grauschwarzen, die grauen, helle Opale, helle/Light oder weiße Opale und die Kristallopale. Anfangs war es schwer diese einzuordnen, bis ich begriffen habe, daß man sich die Farben wegdenken muß, um die Basisfarbe zu erkennen. Letztendlich sind aber eben die Farben/Farbenspiele und die Intensität die Kriterien für die Preisbetimmung.

Der Black Opal /Schwarzopal hat, wie der Name schon sagt, die Basisfarbe Schwarz und wird überwiegend von Lightning Ridge oder Mintabie.

Einen Opal mit der Grundfarbe grauschwarz bezeichnet man als dunklen Opal oder Semiblack Opal und auch sie werden hauptsächlich in Lightning Ridge oder Mintabie gefunden.

Als grauen oder Grey Opal bezeichnet man die Opale mit einer grauen Basisfarbe und auch diese findet man überwiegend in Lightning Ridge oder Mintabie.

Opale mit einer hellen oder milchig weißen Grundfarbe bezeichnet man als als Weißopal, Milchopal, Light Opal oder eben als hellen Opal. Diese kommen am meisten vor und stammen überwiegend aus wie Coober Pedy, White Cliffs, Mintabie und Andamooka .

Kristallopale haben eine transparente Grundfarbe , wobei die Farben selber von hell bis tiefschwarz variieren. Sie werden in White Cliffs, Andamooka, Mintabie und Lightning Ridge aber auch in anderen Opalminen Australiens gefunden.

Wertbestimmung nach Farben u. Mustern

Pattern sind die Farbmuster der Opale, die jedem Opal sein einzigartiges Feuer geben !



Pinfire Pattern: häufigste Erscheinungsform sind kleine runde "Farbpunkte", meist in großer Zahl vorhanden. (kleines Feuer- wenig Punkte; mittleres Feuer-Funkeln bedeckt bis halbe
Opalfläche; großes Feuer-bedeckt mehr als die halbe Fläche)


Flashfire Pattern: ("grelles Feuer Muster" sind größere scharf abgegrenzte springende Farbflecken , von nicht geometrischer Form.


Broad Flashfire Pattern: sind Farbflecken, die sich über eine größere Fläche des Opals erstrecken oder auch über den ganzen Opal ziehen .


Rolling Flashfire Pattern: sind große Farbflecken die über die Opaloberfläche rollen. Beim Drehen des Opals rollen die Farben und sind äußerst schwer komplett zu fotografieren, da man immer nur ein Teil der Farben sieht. Flame Farben in geflammten Mustern Sunflash schwache Farben ,die glitzern nur in der Sonne. Diese Steine sind äußerst selten und entsprechen teuer.

Diese Opale werden auch unter dem Namen "Desert Opal" gehandelt


Flashfire Pattern: ("grelles Feuer Muster", in vier-eckigen oder spitzwinkeligen Blöcken zusammengesetzt, wo je nach Winkel dieselbe Fläche in einer anderen Farbe - mindestens 2 -erscheint (möglichst alle Flächen gleichzeitig nondirectional sind, also immer Farbe zeigen) zeigen eine Opal - Ausnahmeerscheinung und versetzen den Schleifer stets in helle Aufregung, deshalb wird dann erstmal unterbrochen, denn diese Steine saugen den Schleifer förmlich in den Stein hinein und es fällt schwer die zu behandelnde Fläche im Auge zu behalten ! Solche
Muster werden als
Harlequin Pattern bezeichnet und sind noch seltener als behauptet wird, leider werden manchmal
Harlequins angeboten die in dem Sinne keine sind !


Die wirklich guten Opale stammen aus der Aladdin Mine Nordqueensland !
Dies ist die Klassifizierung der Farben matt betrachtet,

je dunkler desto teurer !
Purpurviolett- Karminrot- rot- feuerrot- gold- gelb- orange-(aqua-grün)-moosgrün- grün-frühlingsgrün- violettblau- azurblau- blau- hellblau !

Es gilt dann den Anteil des Feuers zu bestimmen (Hier bestimmen dann die Pattern),wobei z.B. ein azurblau dann auch teuer sein könnte wie ein mattes gelb !
Wichtiger aber ist die Klarheit; milchige trübe sind billiger als glasklare! Dicke Schichten teuer als dünne!
Das sind etwa die Kriterien der Reihe nach ! Außerdem sind Doupletten teuer als Tripletten-vorsicht es gibt viele Fälschungen auf dem Markt !
Die Gilson Opaltripletten sind keine Fälschung sondern künstlich gezüchtete Opale, neuerdings gibt es auch Muschelopal, d.h. man legt ein Stück Opal in eine lebende Muschel ,welche dann ähnlich der Perlenzucht von der Muschel weitergebildet wird (sehr teuer aber wie gesagt nicht echt)!
Der größte Betrug allerdings, sind in letzter Zeit Triplettenfälschungen die nur aus einer Holografischen Alufolie bestehen ! Bei genauem Hinsehen leicht zu erkennen - jeder Farbpunkt erscheint als perfektes Quadrat !

Bewertung der Opale

Wertklassen

1. Black Opal tiefes schwarz Jet black, N1 ist selten Crystal black Opal, sind die Teuersten
Dark Opal / Semi black / Grey Opale mit dunkel-grauer, blauer, grüner oder grauschwarzer Grundfarbe.

2. Light Opal (heller Opal), Light Crystal, braucht nur wenig Licht, meist transparent,-kann aber auch als Basis dunkel oder hell sein gibt's auch bei Bouldern, Matrix und wird auch in Coober Pedy gefunden !

2a Jelly Opal:
"Gelee"-farbener Edelopal in dem die Farben(alle möglich)zu schweben scheinen ! Wasseropale sind Jellys bei dehnen die Farbe nur über die Oberfläche zieht ! Je dunkler die Farbe desto teurer, siehe Wertbestimmung !

3. Boulder Opal,
Edelopal meist in sehr dünnen Schichten im braunem Eisenerz-Basisgestein. Lebhaftes Farbenspiel und hohe Festigkeit.

4. Matrix Opal,
Adern oder netzartige Einlagerung von Edelopal im Muttergestein

Nobby :
Knollenförmige Bildungen des Edelopals im Muttergestein. Nur in Lightning Ridge. Opal Nuts ! Etwa vergleichbar mit Opalnüssen ,aber keine Adern oder Netzstruktur mehr wie ein solider farbiger Kern

5.White Milch Opal,
Häufigster Edelopal mit weißer heller und grauer Grundfarbe in bunten Farben.

6. Doublets und Triplets
Opal (Dubletten und Tripletten).Gehobene Modeschmuckabteilung Industrieopale ! Sehen nach viel aus, stellen aber keinen Wert da und halten auch nicht ewig ! Vor allem vor Seifenwasser und Schmuckbad schützen sonst fällt er in seine Bestandteile auseinander,-auch Sonne mögen Sie nicht, sowie Sauna, Bad und Dusche !

7. Potch, ist Opal ohne Farbe und Feuer(wird als backing für Tripletten und Doubletten verwendet), es ist das Sediment in dem etwa 5% Opal enthalten ist ! Von diesen sind dann wiederum nur etwa5% zu verwerten ! Zuvor müssen allerdings immer viele, viele Tonnen Erde und Geröll beseitig werden, bevor man an den Potch kommt ! Handminer bohren oder buddeln ein Loch und tunneln dann ! Die sogenannten Nuddler !

Opalfundorte

 

Hauptsächlich werden die Opale in drei australischen Staaten gefunden. Alle drei Staaten sind im oder am Rande des Artesichen Beckens. Da wären Queensland, New South Wales und Südaustralien, wobei aber auch in Coolgardie in Westaustralinen einige schöne Fundorte sind.

 

An der südlichen Grenze zu Queensland wurden erstmals 1887 die begehrten Schwarzopale in und um Lightning Ridge gefunden. Die Minen sind im Umkreis von ca. 30km um die Stadt.

 

Im Gegensatzt zu Lightning Ridge ziehen sich die Boulderopalfelder auf eine Distanz von 1000km rund 800km von der Ostküste Queenslands landeinwärts von Kynuma bis Black Gate nach Westen hin. Das Zentrum der Boulderopale ist wohl Quilpie, wobei sich die Minen von Kynuna, Opalton, Mayneside, Opalville, Kyabra, Quilpie, Eromanga, Koroit und Yowah von Norden nach Süden hinziehen und viele Minen ihre eigenen Opalvarianten haben, die oft nur ein Fachmann erkennt. Im Outback sind die meisten Mienen abseits der Straßen und können nur mit geländefähigen Fahrzeugen erreicht werden.

 

Einige Ausnahmen sind Yowah, Black Gate und Koroit, wo die Yowah-Nüsse – die Eisensteinknollen gefunden werden, die auch Edelopal enthalten und als Opalvariante des Boulder Opals sehr begehrt sind.

 

Die wohl ergiebigsten Opalfelder der Welt befinden sich jedoch um Coober Pedy in Südaustralien. Hauptsächlich kommen von hier die Weißopale (helle Opale). Der erste Claim wurde hier allerdings erst 1915 angemeldet und ca. 80% der Weltproduktion stammen von diesen Feldern.

 

Weitere wichtige Fundorte, die eine historische Vergangenheit haben oder heute noch ergiebig sind, wären White Cliffs, Andamooka mit White Damm, Mintabie und Lambina. In diesen südaustralischen Gegenden wird hauptsächlich der Weißopal und der begehrte Kristallopal gefunden. Eine weitere Spezialität ist der Andamooka Opal, der dem Hondurasopal sehr ähnlich ist, sich aber wesentlich im Preis abhebt, da er nur mit Aufwand sein Feuer (Pinfire) preisgibt.

Wenn die Vorkommen der Diamanten und Opale erschöpft sind, dann hat jeder Mensch einen Diamanten, aber nur 3% der Menschheit einen Opal

Weitere schöne Opale findet man auch in Mexiko ( die Feueropale), die Andenopale und die äthiopischen Opale

 

Hier mal meine ersten Filmchen dazu. Leider kann man das Farbenspiel nicht so sehen, wie es bei Sonnenlicht funkelt.


Opale schleifen und polieren

Opale lassen sich in der Regel (außer Koroitopale) sehr gut schleifen. Als Anfänger nehme ich dafür eine handelsübliche kleine Handbohrmaschine mit Drehzahlregelung der Firma Proxxon. Diese ist sehr handlich und gut zu führen.

Zum Schleifen der Grundform und zum Abschleifen des Gesteins nehme ich eine Diamantscheibe, die es in jeden Baumarkt gibt und auch von anderen Firmen passen. Ein Schnellspannfutter sollte man aber schon haben, denn immer die Einsätze zu tauschen hält nur auf.

Nachdem ich nun die Matrix – das Gestein drumrum entfernt habe, sehe ich, welche Form man nun schleifen kann. Oft lasse ich die Opale in Freeform und schleife nur die Ecken und Kanten rund.

Mit 1000- oder 1200 Schleifpapier, da ich auf eine Filzrolle ( Filzpolierer für die Maschiene) klebe, schleife ich nun alle Kratzer und Dellen raus und ein leichter Glanz ist schon zu erkennen. Schleifen sollten man aber immer naß und die Steine sollten nie heiß werden, damit sie nicht platzen. Anschließend nehme ich noch Schleifpulver auf das Schleifpapier, damit es noch glatter wird. Das Schleifpulver erhält man im Internet mit den verschiedenen Stärken. Es wird mit Wasser angerührt, wobei es gilt: viel Wasser gleich schleifen, wenig Wasser (Brei) gleich polieren.

Jetzt kommen Filz, Holz oder Lederscheiben zum Polieren im Einsatzt. Diese dienen als Träger für die Polierpaste. Und auch hier gilt es wie oben mit der Wassermenge. Die Drehzahl der Maschine sollte die geringste sein ( 500 bis 800 Umdrehungen), damit auch hier keine Hitze entsteht. Auch sollten man immer kreuz und quer polieren, damit man keine Riefen ind den Stein schleift.

Für das Hobbyschleifen reicht die kleine Maschine aus und Zubehör gibt es reichlich. Wer kleine Steine schleifen will und diese nicht mit den Fingern halten kann, sollte den Stein mit 2 Komponentenkleber oder mit Schellack auf einen Nagel oder ein Holz (Zahnstocher) kleben. Diese lassen sich später leicht entfernen und man kann den Stein besser führen.

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