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1999-03 / Aufbau einer Sammlung

von Rolf M.P. Meyer / März 1999


Damit Ihre Sammlung nicht in ein Sammelsurium ausartet, sollten Sie sich klare Ziele setzen.

Wenn Sie gerade erst begonnen haben, Mineralien zu sammeln, haben Sie wahrscheinlich noch keine rechte Vorstellung davon, wie Ihre Sammlung einmal aussehen soll. Dennoch sollten Sie nach einem klaren Konzept vorgehen. Aber wie stellen Sie fest, welches die beste Sammlung für Sie ist?




DEN ANFANG MACHEN

Unser Interesse an Mineralien und Edelsteinen geht wahrscheinlich auf die ersten Menschen zurück, die zweifellos von farbenprächtigen und ungewöhnlich geformten Steinen fasziniert waren, die sie auf der Erde oder in Bächen und an Flußufern liegen sahen. Diese Fundstücke wurden gesammelt und zu Werkzeugen und Waffen oder einfachen Schmuckstücken verarbeitet.

Viele Enthusiasten beginnen mit dem Mineraliensammeln, ohne sich zu überlegen, welche Art von Sammlung ihnen vorschwebt. Sie sind nur darauf aus, in möglichst kurzer Zeit möglichst viele verschiedene Stücke zusammenzutragen. Um diesen Fehler zu vermeiden, sollten Sie sich die Zeit nehmen, darüber nachzudenken, ob Sie eine möglichst reichhaltige Sammlung von Mineralien haben oder sich lieber intensiv mit einem bestimmten Aspekt dieses schönen Hobbys befassen möchten.

Beispielsweise könnten Sie sich darauf beschränken, Mineralien aus der näheren Umgebung zu sammeln. Auch eine Spezialisierung auf eine bestimmte Klasse von Mineralien ist denkbar z. B. Silikate, Oxide oder Carbonate. Sie könnten sogar beschließen, Experte für ein bestimmtes Mineral wie Quarz zu werden, das weit verbreitet und in vielen verschiedenen Formen anzutreffen ist.




KLEIN ABER FEIN

Wenn Sie nicht unbegrenzt viel Platz in Ihrer Wohnung oder Ihrem Haus haben, empfiehlt es sich, nur kleinere Stücke zu sammeln. Eine gute Faustregel wäre, daß Sie nichts sammeln sollten, was größer ist als ein normales Stück Seife.

In den letzten Jahren hat das Sammeln von Micromounts viele Freunde gefunden. Das sind höchstens daumennagelgroße Stufen, die auf Holzplättchen oder Plastiktäfelchen geklebt und in durchsichtigen Schächtelchen aufbewahrt werden. Betrachtet werden sie mit der Lupe oder mit einem Stereo-Mikroskop.

Obwohl sich niemand gern von größeren Stücken trennt, sollte man bedenken, daß es praktischer ist, mehrere kleinere Stücke mit jeweils nur wenigen Kristallen zu besitzen als ein großes mit vielen Kristallen. So kann man nämlich ein Stück behalten und die anderen tauschen.

Als nächstes sollten Sie sich überlegen, auf welches Gebiet Sie sich konzentrieren möchten. Dazu sollten Sie wissen, daß interessante Entdeckungen fast immer von Sammlern gemacht werden, die sich spezialisiert haben.




ARTEN VON SAMMLUNGEN

Es gibt im wesentlichen drei Arten von Sammlungen:

allgemeine systematische, Lokal- und Spezialsammlungen.

Eine systematische Sammlung umfaßt möglichst viele Mineralarten, die unter Berücksichtigung bestimmter Fundorte zusammengestellt werden können. Diese Art von Sammlung erfordert viel Platz.

Eine Lokalsammlung enthält nur Material aus einem begrenzten Gebiet - z. B. aus Ihrem Garten, Ihrem Landkreis oder von einer bestimmten Lagerstätte. Eine solche Sammlung ist um so wertvoller, je vollständiger sie ist. Sie eignet sich allerdings nur für Sammler, die ergiebige Fundorte in der Nähe haben.

Spezialsammlungen lassen sich unter verschiedenen Gesichtspunkten zusammentragen. Sie könnten sich darauf beschränken, eine bestimmte Mineralart oder -klasse zu sammeln - wie Silikate oder Minerale aus seltenen Erden. Andere Möglichkeiten wären das Sammeln von Mineralien einer bestimmten Zusammensetzung, Form, Oberflächenstruktur oder Farbe
oder von Mineralien, die industriell nutzbar sind -etwa solche, aus denen sich Metalle, Farben oder Edelsteine gewinnen lassen, die in der Elektronik oder Keramikindustrie verwendet werden.

Sehr interessant könnte auch eine kulturgeschichtliche Mineraliensammlung sein, also eine, die Mineralien enthält, die einmal eine Rolle in Alchimie, Magie, Astrologie oder historischer Medizin gespielt haben.

Denken Sie auch an synthetische Stoffe, die nicht in der Natur anzutreffen sind. Auch diese können faszinierende Sammlungen ergeben. Möglichkeiten gibt es genug - Sie müssen sich nur darüber klar werden, welche Ihnen am meisten zusagt.

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