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Größenverhaltnisse von Trilobiten z. B. Drotops armatus und Psychopyge

Als der Trilobit Drotops armatus auf den Börsen erschien, glaubten viele Sammler an ein typisches marokkanisches Kunstwerk. Die teilweise abenteuerlich aufgeklebten Stacheln schienen es zu bestätigen. Es handelte sich jedoch tatsächlich um eine, bis dahin unbekannte Art. Die Größe der Exemplare variiert zwischen 15 bis 20 cm, meist jedoch 18 cm. Kleinere Exemplare wurden lt. Angaben der marokkanischen Gräber nur sehr selten gefunden. Mitlerweile erhielt der Verfasser auch kleinere Exemplare in der Größe von 8 und 5,3 cm. Dem Verfasser wurde ein Gestein überlassen, in dem sich der größere Rest von Drotops armatus abzeichnete. Beim Präparieren konnten unter dem Granidium Reste von Gerastos sp., Goldius sp., Cyphaspi walteri und 2 sehr kleine Reste von Drotops armatus in der Größe von 4 und 1,7 cm(!) gefunden werden.
Wenn man bedenkt, dass die ausgewachsene Art 18 cm erreicht, sind 1,7 cm nicht einmal einzehntel des Wertes. Im Vergleich zum Menschen, der eine Durchschnittsgröße von 1,75 m erreicht, würde das Kleinknd mal gerade so 17 cm groß sein, also noch im Mutterleib sein.
In der Morphologie von Trilobiten werden 3 Entwicklungsstufen genannt. Die Erste ist das Larvenstadium (Protaspis-Größe). In der zweiten Stufe (Meraspis-Größe) enwickeln sich die fehlenden Panzerteile, bis der vollständige Panzer die Holaspis-Stufe erreicht hat. Viele Tiere, Athtrepoden, Schlangen, auch Decapoden (Krebse) müssen sich häuten, da ihr Panzer für das weitere Wachstum zu klein ist. Ist eine Häutung nicht mehr erforderlich, sind sie sozusagen "Erwachsen". Nach diesem Stadium bleiben manche Individien klein oder groß. Es ist daher anzunehmen, dass kleinere Arten die gleiche Zeit zum "Erwachsenenstadium" brauchen, wie die großen Arten. Auffälligerweise werden von allen Trilobitenarten kleinere oder wesentlich kleinere Exemplare selten bis sehr selten gefunden. Wie oft und in welchen Intervalles häuten sich Trilobiten? Vergleicht man dieses mit Garnelen, müssten sich die Jüngeren häufiger und die Älteren weniger häuten. Nach der Häutung ist das Tier leichter angreifbar und bevorzugte Beute. Vielleicht erklärt das, warum wesentlich kleinere Exemplare seltener sind.



   

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