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1999-06 / Trilobiten


 

Trilobiten (Trilobat)

Trilobiten sind eine Untergruppe der Arthropoda auch Gliedfüßer genant. Zu den Arthropoda gehören auch Insecta (Insekten) und Arachnida (Spinnen). Die Unterordnungen von Arthropoda sind schon im Kambrium hoch entwickelte Lebensformen.
Trilobiten (zu Deutsch: Dreilapper) lebten vor 570 Millionen Jahren (Anfang Kambrium) bis vor 225 Milionen Jahren (Ende Perm). Der Name kommt daher, daß die Trilobiten in drei Teile segmentiert waren: von vorne nach hinten: Cephalon, Thorax und Pygidium (Kopfschild, Brustschild und Schwanzschild) oder seitlich: Pleuren, Spindel, Pleuren. Heute kennen wir ca. 3000 verschiedene Gattungen und Untergattungen, die in ausgewachsener Größe je nach Art von 0,5 cm bis 75 cm groß wurden.

Cephalon (Kopfschild)

In der Mitte des Kopfschildes sitzt die Glabella (Glatze, Kopfbuckel) umgeben von der Wange. Die Wange teilt sich in zwei Teile, durch die Gesichtsnaht in die Festwange und die Freiwange mit Wangenstachel. Die Festwange sitzt direkt an der Glabella. Mit dem Nackenring geht die Glabella beweglich in die Spindel über. Die Augenhügel sitzen auf der Freiwange. Die Gesichtsnaht geht meist durch die Augenhügel. Sie ist wahrscheinlich zum leichteren Häuten gedacht, der Panzer reißt an der Gesichtsnaht leichter auf. Sie können mit der Glabella über Augenleisten verbunden sein. Die Sehfläche der Facettenaugen haben unterschiedlich viele Linsen maximal 15 000, unter denen jeweils ein Kristallkegel liegt. Es gab auch Trilobiten ohne Augen. Sie lebten meist in tiefen Gewässern ohne viel Licht. Stoßen die Facetten der Augen aneinander heißt die Anordnung holochroal. Sind die Facetten halbkugelig und voneinander getrennt, heißt die Anordnung schizochroal. Die Augen der Trilobiten bestehen aus Kalkspatkristallen.
An der Unterseite des Cephalons können drei Platten liegen, die Rostralplatte, der Hyposthom und das sehr kleine Metastom.

Thorax (Brustschild)

Der Thorax ist in einzelne Glieder aufgeteilt. Die verschiedenen Arten haben zwischen 2 und 42 Glieder, die es einigen Arten ermöglicht, sich wie eine Assel einzurollen. Unterschieden werden zwei Typen der Einrollung: Die sphäroidalen (kugelige) Einrollung, wobei alle Segmente des Thorax gleichmäßig beteiligt sind und die discoidalen Einrollung, wobei sich Thorax und das Pygidium unter des Cephalons legen.
Jedes Glied besteht aus drei Teilen linkes und rechtes Pleurensegment und ein Spindelring. Es befanden sich mehrere Füße unter den Pleuren, sie bestanden aus Prae - Epipodit und Telopodit. Mit den Telopoditen konnten sie Graben und laufen. Die Prae - Epipoditen bestehen aus harten Stacheln die möglicherweise Filter- und Schwimmfunktionen übernahmen, wahrscheinlicher wurden sie als Kiemen benutzt. Sie waren vermutlich über starke Muskeln mit dem Panzer verbunden.

Pygidium

Das Pygidium besteht aus unterschiedlich vielen miteinander verwachsenen Gliedern. Bestehend aus der Rachis, an der sich links und rechts die Rippen anschließen. Der Rand des Pygidiums wird in der Regel durch einen Saum begrenzt.In Verlängerung der Rippen können sich auch Stacheln anschließen.

Organe

Der Mund befindet sich unter der Glabella wo sich auch der Vormagen und der Hauptmagen befindet. Der Darm erstreckt sich durch den ganzen Körper.Unter dem Hyposom befindet sich ein Oberschlund-ganglion unter dem Darmtrakt liegt das Bauchmark.




Ordnungen:


AGNOSTIDA (Unters Kambrium bis Oberes Ordovizium)

Kleinwüchsig, mit 2 oder 3 Thoraxegmenten. Cephalon und Pygidium annähernd gleichaussehend und gleich groß.
Unterordnungen: Agnostina und Eodiscina

T1
Agnostus pisiformis (LINNEUS)

T2 Geragnostos callavei 



REDLICHIIDA (Unterer bis Mittlerers Kambrium)

Das Cephalon des REDLICHIIDA ist relativ groß und halbkreisförmig, meist mit deutlichen Wangenstacheln.
Die Gesichtsnähte und Augen sind vorhanden. Glabella ist deutlich segmentiert. Das Pygidium ist eher klein.
Unterordnungen Olenellina und Redlichiina

T4 Die Gattung Holmia lebte im Unteren Kambrium. Der Cephalon ist breiter als der Thorax. Die größte Glabellabreite ist vorne. Der Thorax ist mit 16 Thorxsegmenten mit Mitteldornen versehen. Die Pleuren enden in Stacheln. Die Achse des Pygidiums zeigt 2 Segmente.

T5 Die Gattung OLENELLOIDES lebte im unteren Kambrium. Der Panzer ist lang und schmal. Der Cephalon ist sechs- oder mehreckig, mit stachelbestzten Ecken. 8 Thorxsegmente.



T7 Die Gattung PARADOXIDES  lebte im Kambrium. Das Cephalon ist breit und hat sehr lange Wangenstacheln. Die Glabella verbreitet sich sehr stark nach vorn. Der Thorax besteht aus 16 - 21 Segmenten. Die Pleuren sind tief gefurcht und haben Endstacheln. Das Pygidium ist sehr klein.



PTYCHOPARIIDA (Kambrium - Mittleres Perm)

 Esu ist die formenreichste Ordnung. Die PTYCHOPARIIDA bildet die Stammgrupe der meisten nachkambrischen Trilobiten

Unterordnung Ptychopariina ,Olinina und Harpina


T9 PTYCHOPARIA lebte im mittleren Kambrium. Die Glabella ist mit vier Paar Seitenfurchen versehen. Das Pygidium, daß nur halb so groß ist wie das Cephalon, besteht aus 5 Gliedern. . 6 cm groß.

T10 ELRATHIA lebte im mittlerem Kambrium. Der Panzer ist oval. Das Cephalon hat kleine Augenleisten und Wangenstacheln. Die Glabella ist mit 2 Paar Seitenfurchen versehen.  

 

T11 Der CONOCORYPHE lebte im mittlerem Kambrium. Das Cephalon ist halbkreisförmig. Die nach vorne schmal zulaufende Glabella hat 3 Paar Seitenfurchen. Es besitzt 14 Toraxelemente an denen die Pleuren tief gefurcht sind. Das Pygidium besteht aus 6 - 8 Gliedern. CONOCORYPHE SULZERI ist ca. 4,8 cm groß.


T 12 u. 13 Die Gattung Olenus lebten im oberem Kambrium und hat ein halbkreis- oder trapezförmigen Cephalon. Die mittelgroßen Augen sind über Augenleisten mit dem Vorderrand der Glabella verbunden. An den 13-15 Thoraxelementen enden die Pleuren spitz. Das kleine Pygidium kann halbkreisförmig oder dreieckig sein. (T 12) Olenus truncatus lebte im unterem Oberkambrium und wurde ca. 1,2 cm groß. Olenus gibbosus  (T13) lebte ebenfalls im unterem Oberkambrium und wurde ca. 3,2 cm groß.















Phacopida (Oberes Kambrium bis Oberes Devon)

Unterordnungen Calymenina, Phacopina und Cheirurina


Die Glabella ist vielgestaltig und verbreitet sich in der Regel nach vorn. Sie kann sich aber auch nach vorne verjüngen. Es sind 8 bis 19 Thoraksegmente möglich. Die Oberfamilie Phacopacea ist die in dem Devon der Eifel am meisten vertretene Familie.








Proetida
(Oberes Kambrium- Oberes Perm)
Die Trilobiten sind kleinwüchsig. Die Wangenstacheln sind kurz. Glabellafurchen nicht vorhanden oder kaum warnehmbar. Cephalon und Pygidium mit deutlichem Randsaum. Es sind 10 Thoraksegmente vorhanden. In der Eifel seltener. Die letzte Oberfamilie, die die Aera der Trilobiten noch erlebte.



Asaphida (Mittleres Kambrium - Oberes Silur



Lichida (Mittleres Kambrium - Devon)




Corinexochida (Kambrium - mittleres Devon)
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